2015


Zolo ist einfach absolut sozial. Da es Jamie Lee nicht gut geht, sie immer hohes Fieber hat, wogegen sie Medikamente bekommen muss, auch nachts, stelle ich mir immer den Wecker. Ist unnötig, denn Zolo weckt mich, und zwar steht er vor meinem Bett und bellt, bis ich aufstehe, dann geht er mit mir zusammen zu Jamie Lee, und legt sich daneben, wenn ich messe. Tagsüber scheine ich in seinen Augen zu funktionieren, denn da sagt er nichts.

Nach dem Vorfall in Rostock kamen mir einige extreme Begebenheiten in Erinnerung, welche Zolos absolut tolles Wesen zeigen und auszeichnen:

 

 

Zum Beispiel denke ich an seine 1. Körung im September 2011: Gut 150 km hatten wir noch zu fahren, da fuhr in einer Baustelle ungebremst ein Wagen hinten auf, der Fahrer war eingeschlafen. Im Kofferraum lag Zolo, entstanden war ein Sachschaden von 12.500,-- Euro, wie die Versicherung später feststellte, wir hätten eigentlich nicht weiterfahren dürfen, aber das haben wir auch noch geschafft. Ich war etwas durch den Wind, hatte fast ein Jahr gesundheitliche Beschwerden, aber Zolo ist ruhig und gelassen gelaufen, wie ein Uhrwerk, Körung bestanden mit 109,8 Körpunkten.

Dann im August 2013. Die Ausstellung in Bremen ist vorbei, Zolo und ich gingen noch eine Runde Gassi. Auf dem Rückweg zum Auto passierte auf dem Parkplatz vor der Messe folgendes:

Wir schlenderten auf dem für Fußgänger vorgesehenen Weg. Aus den Augenwinkeln nahm ich ein Auto wahr, eine Frau packte Gegenstände hinein, vor dem Auto langen vier Berner Sennenrüden, wie ich später feststellte. Plötzlich sprangen die nicht angeleinten Hunde auf, und rannten laut bellend und knurrend auf uns zu. Ich blieb mit Zolo stehen, er schaute mich an und ignorierte die ziemlich giftigen Hunde. In ruhigen Ton rief ich die Besitzerin, mit freundlicher Stimme allerdings nicht so netten Worten ;-). Die Hunde haben uns bzw. Zolo kein Haar gekrümmt, wäre er nicht so cool geblieben, wer weiß was dann passiert wäre. Die Leute die es mitbekommen hatten, hielten sich schon die Augen zu und waren begeistert von der tollen Reaktion meines Hund.

Einen Vorfall ganz anderer Art erlebte ich auf der CACIB Leipzig 2013: Eine blinde Frau ließ sich von ihrem Begleiter Zolo beschreiben. Ich sagte ihr, sie könne ihn auch gerne anfassen, denn es war gut zu erkennen, dass sie es sehr gerne tun würde. Sie kniete sich vor Zolo nieder, und erkundete mit den Fingern sein Gesicht und danach den Körper. Er spürte sofort, hier war was ganz anders, schaute mich an, ich nickte und er entspannte sich. Da waren hinterher zwei glücklich und zufrieden, und auch für mich war es ein ganz besonderes Erlebnis.

 

Tja, und dann jetzt der krasse letzte Fall.

Erlebnis auf der Fahrt zur CACIB nach Rostock

Ich fuhr die letzte Raststätte vor Rostock an, sehr sauber und ordentlich, der Außenbereich frisch gemäht und weitläufig, optimal um mit dem Hund noch eine Runde zu laufen. 

Der PKW-Parkplatz war mäßig besetzt um kurz vor 8.00 Uhr. Drei Leute standen dort, sie sprachen mich auf meinen Hund an, ich stand vor ihnen auf dem Bürgersteig, mein Hund lag ruhig neben mir, um uns herum freie Parkplätze, verschiedene Wege und direkt dahinter eine große frisch gemähte Wiese.  Dahinter machte eine Reisegesellschaft Pause, die Insassen standen in unserem Blickfeld.  Also um mich herum, außer die drei Leute, Platz ohne Ende.

Es tauchte ein Mann aus Richtung Raststätte auf, kam in unsere Richtung, ging auf uns und Zolo zu, trat ihm in den Bauch, tat dann so, als ob er über ihn gestolpert wäre.  Nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass Zolo ihm im Weg liegen könnte.

Er fing sofort an, mich und meinen „Köter“zu beschimpfen, erhob sogar die Hand gegen mich, immer  darauf bedacht, dass viele Leute es mitbekamen.  Aus dem Nichts tauchte noch eine Frau auf, hielt mir sekundenlang eine Marke unter die Nase, ich solle ihr meinen Pass aushändigen, zwecks Feststellung der Personalien etc.

Ich verlange daraufhin erst einmal ihre „Marke“ zu sehen. Das gefiel ihr nicht, so beschimpften sie mich nun zu zweit, warum der Hund im Weg liegen würde, er hätte ihn nicht sehen können, weil die Sonne blende. Die drei Leutchen, mit denen ich mich die ganze Zeit unterhalten hatte, wollten plötzlich nichts genaues gesehen haben, was sich später wieder änderte, als neue Zeugen auftauchten.

Plötzlich trat eine Frau aus der Gruppe der Busreisenden, sie stellt sich zur Probe genau dorthin, wo der Mann angeblich Zolo wegen des Sonnenstandes nicht habe sehen konnten, wie er ja behauptete.  Nur war diese Aussage absolut falsch, weil die Sonne nicht blenden konnte, das sagte die Dame so laut, das es alle rundherum hören konnten. Darauf kamen immer mehr Leute zusammen, die jetzt auch mitbekamen, dass merkwürdige Dinge abliefen.

Da Zolo völlig friedlich alles über sich ergehen ließ, noch nicht einmal aufgestanden war, geschweige denn geknurrt hatte, sahen die Leute ihre Felle davon schwimmen, bedrohten die beherzte „Zeugin“ allerdings noch, sie von „Kollegen“ verhaften zu lassen (aus welchem Grund nur?) und verschwanden dann noch schneller, wie sie aufgetaucht waren.

Wäre ich alleine dort gewesen, hätte ich niemals beweisen können, was abgelaufen ist, ich denke so manch einer hat dem Pärchen schon „Schmerzensgeld“ gezahlt, um keinen Ärger zu bekommen.

Jutta Kosmala mit dem „fast“ unsichtbaren Zolo